Digitale Welten

Gegenwart und Zukunft moderner Unterhaltung
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Eine Typologie der Pokerspieler

Wer sich mit Computerspielforschung beschäftigt, kommt nicht an Richard Bartle vorbei, der Onlinerollenspieler in 4 Verhaltensklassen unterteilt:

Wer herausfinden möchte, welcher Spielertyp er ist, schaut hier vorbei.
Diese Klassifizierung läßt sich jedoch nicht einfach auf Pokerspielertypen übertragen. Die Spielmechaniken von Onlinerollenspielen und Pokerrunden sind grundverschieden. Diese Lücke schließt Dr. Mark Griffiths, Psychologe und seit über 25 Jahren Spieleforscher mit dem Schwerpunkt Glücksspiele (gambling studies). Auch wenn seine Einteilung empirische Validierung benötigt und von Griffiths selbst als Pop-Psychologie angesehen wird, ist es doch ein erster Schritt, Pokerspieltypen zu unterscheiden.

In seiner ersten Studie, an der 2000 Pokerspieler teilnahmen, unterschied er 39% der Spieler als Wallflowers oder Calculators (40% männlich und 38% weiblich), 17% Jokers (16% männlich und 17% weiblich), 15% Generals (17% männlich und 13% weiblich) und 4% Hunters (5% männlich und 3% weiblich). Die Untergruppen Politician und Artisan machten nur einen verschwindend kleinen Teil der Spieler aus. Welcher Pokerspielertyp sind Sie?

The General: Instantly recognisable for their guts, Generals won’t shirk in the face of risk and are comfortable in their ability to fight back from a short stack. In everyday life, The General’s supreme self-belief can be overbearing, but Generals tend to reap the rewards and are often very successful in their careers. At the green baize, the high risk-high gain strategy employed tends to see them bust out first or win the lot.

The Joker: A natural born entertainer, a jester at the table who ensures everyone will have fun. Well liked, Jokers command other’s allegiances and will use this to their advantage. But beware, they are more than happy to talk you off a pot should they choose to. Unfortunately, Jokers are as easily distracted, and can be distracting at the poker table. This can be dangerous. A lack of discipline and patience can make you question whether the Jokers are equipped with the will to win. What’s more, their need to be liked can often stand in their way of closing in on the kill.

The Wallflower: The Wallflower is happy to sit on the sidelines and wait for others to fight it out before they get involved. In everyday life the Wallflower will rarely throw in their lot with anyone and will take their time to make allegiances. Wallflowers are equipped with the most important of all poker virtues – patience. Their tendency to avoid the quagmire of the group dynamic gives them an extra edge – their relationships come with no baggage. While the others fight it out the Wallflower will sit back, observe and learn. According to journalist and female poker player Victoria Coren, while Wallflowers can survive quite a while in a game, they can’t necessarily change gear later and nail money finishes.

The Calculator: Cool, composed and naturally conservative, Calculators will only go into a hand with the best of it. In everyday life, Calculators were often the cleverest kids in their class – if not the ones with the biggest circle of friends. Instinctively risk-averse, their strengths as a poker player include a methodical approach and the ability to separate emotion from decisions. Skilful as they may be, there is no easier player to read than a Calculator. What’s more, Calculators can be quite passive and are unwilling to chase the action if it doesn’t come their way.

The Hunter: At first glance, the Hunter can easily be mistaken for a General. Both exude the same forcefulness and strength of character, but where The General is all about thought through risks, The Hunter is all about naked aggression. Off the poker table, Hunters aren’t always the best communicators, but are hugely loyal and very determined. On the poker table, a Hunter is a formidable opponent and loves the thrill of trying to beat the odds. A loose player, they’ll play a lot of hands and will feed off the weaker players by bullying them off pots.

The Politician: An arch manipulator, you can spot Politicians because they’re your best friends. Trouble is, they’re also your next-door neighbour’s best friend and even your enemy’s best friend. Their good qualities are highly tuned instincts and a whole deck of charisma. Both will serve them well at the poker table, but both can also lead to trouble. A tendency to play the people rather than the cards can spell disaster, and the Politician is one of the most likely players to bluff.

The Artisan: At first glance, the Artisan may not appear to be a natural born poker player. Led by the creative left side of their brain rather than the more mathematical right hand side, Artisans are more usually found engaged in less competitive activities. However, Artisans have very finely honed intuitive skills and always love to rise to a challenge. An Artisan will take a very lateral approach to the game and won’t be scared to make a move if their instincts tell them to.

Trotz offensichtlicher Unterschiede haben Computerspiele und Spielangebote in Casinos einige Gemeinsamkeiten.

Die Unterhaltungsforschung beschäftigt sich seit Langem mit der Frage, warum wir Menschen überhaupt spielen. Was motiviert uns, Zeit und Geld in digitale Unterhaltungsangebote zu investieren?

Ganz generell gesehen ist diese Frage leicht zu beantworten: Menschen spielen zum Zeitvertreib, aus Lust am Spiel, um bestimmte Gefühle (Spaß) zu erreichen und um andere Gefühle zu verdrängen (Langeweile, Niedergeschlagenheit).

Evolutionär gesehen diente Spielen als Simulation für den Ernstfall und brachte einen klaren Selektionsvorteil. Man denke an junge Tiere oder Kinder, die herumtollen und so ihre motorische Fähigkeiten üben, aber gleichzeitig auch den sozialen Umgang miteinander.

Auch für den kulturellen Umgang haben Spiele eine wichtige Bedeutung. Die Herkunft verschiedenster Spielformen lässt sich auf kultische Handlungen und Zeremonien zurückführen. Die Olympiade war zum Beispiel ursprünglich athletischer Wettkampf und religiöses Fest zugleich. Und auch jetzt noch bringt die Olympiade verschiedene Nationen zu einem Ereignis zusammen.

Alles weist darauf hin, dass für die „Lust am Spielen“ über Jahrtausende hinweg genetisch und kulturell selektiert wurde.

Beim analogen und digitalen Spielen (sei es ein Browserspiel, ein Konsolenspiel oder eine Runde Texas Hold’em im Onlinecasino) schüttet das Belohnungszentrum im Gehirn das Glückshormon Dopamin aus. Spieler empfinden umso mehr Freude und Befriedigung, je mehr Dopamin im Hirn vorhanden ist. Das Gehirn belohnt Lernen und Erfolge auch mit dem Ausschütten von Endomorphin. Dieses körpereigene Opiat empfinden wir als sehr angenehm und es hat großen Anteil daran, Spielen als Spaß und gute Unterhaltung zu empfinden.

Außerhalb des Gehirns wird bei spannenden Spielen das Stresshormon Adrenalin ausgeschüttet, was den Blutdruck steigert und für eine höhere Konzentration sorgt. So wie dieses Hormon in Gefahrensituationen oder für sportliche Wettkämpfer entscheidend sein kann, wirkt es auch bei digitalen Wettbewerben und spannenden Pokersituationen. Bei Letzterem ist es besonders wichtig, den Stress sich nicht anmerken zu lassen, was beim Onlinespielen ohne Kamera kein Problem darstellt, solange man einen kühlen Kopf bewahrt.

Stress im Spiel entsteht, wenn das Spiel als bedeutsam angesehen wird. Der Wettkampf mit menschlichen Spielern oder ein Einsatz, der eine reale Bedeutung hat, kann das Spiel-Erleben drastisch verändern.

So kann der Einsatz von realem Geld das Risiko und somit den Spielspaß erhöhen. In Computerspielen dient der Einsatz von Geld weitgehend dazu, bessere Ausrüstung und damit Spielvorteile zu erlangen. Aber auch das Individualisieren der Spielfigur ist sehr bedeutsam für Computerspieler. Bei Wettbewerben steht jedoch ein Preis im Vordergrund und der erfordert Höchstleistungen. Für unser Gehirn sind viele Situationen im Computerspiel und Spielcasino vergleichbar. In beiden Umgebungen ist ein bewusster Umgang mit den Ressourcen Zeit und Geld ein wichtiger Faktor damit der Spielspaß nicht zum Problem wird.

Spiele Klassiker – als Pacman das Laufen lernte

by http://www.flickr.com/photos/catcrispi/

Es gibt berühmte Persönlichkeiten, manche davon leben noch, andere sind längst verstorben. Es sind Namen von Menschen, die sich verdient gemacht haben und somit ihren Part in der Geschichte einnehmen. Und es gibt Pacman und Mario, Sonic und Zelda. Namen, die irgendwie jeder schon einmal gehört hat, selbst wenn er mit Videospielen nichts am Hut hat. Mario ist mittlerweile weltbekannt und genießt den Status eines Rockstars, während Pacman in die Kultur Tradition der Gesellschaft Einzug erhalten hat.

Als erster Spiele Klassiker der Geschichte gilt Pong, jenes Spiel, bei dem man nur eine kleine weiße Scheibe steuert und versucht den Ball zu treffen. Das war 1972, allerdings ist das nicht der Beginn der Videospiele, die bereits viele Jahre davor in Universitäten als Experimente erfunden wurden. Nicht zu vergleichen mit modernen Games, aber die Grundlagen wurden zu dieser Zeit geschaffen. Popularität erlangten Videospiele aber erst in den siebziger und achtziger Jahren, denn zu dieser Zeit wurden die Spiele einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Entweder für zuhause mit Konsole oder Heimcomputer oder aber in den vielen Spiele- und Arcardehallen.

Vor allem die Arcade Hallen haben einige Spiele Klassiker hervorgebracht. Noch bevor Space Invaders und Pacman zuhause gespielt wurden, kamen die Games auf den Automaten raus. Noch lange Zeit gab es bei späteren Spielen den sogenannten Arcademode, der eben auf solche Automaten zurückging. Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre wurden zahlreiche Spiele entwickelt, die heute weltberühmt sind und die maßgeblich zum Videospiele Boom beigetragen haben.

Zum einen das bereits genannte Pacman, das 1980 das Licht der Welt erblickte und Highscore hungrige Spieler auf der ganzen Welt ansprach. Ein Jahr später erschien der Klassiker Donkey Kong, der aus der Not geboren wurde, da die Firma Nintendo zu diesem Zeitpunkt nicht gerade mit Erfolg überschüttet wurde. Wäre Donkey Kong kein Erfolg geworden, gäbe es heute wohl kein Nintendo mehr, geschweige denn einen Mario, der in zahlreichen Spieler Klassikern seine Auftritte feiern konnte.

Ältere Spieler sehen gerne mit Nostalgie zurück, zu jenen Zeiten, in denen das Internet noch unbekannt war und Abspeichern nur sporadisch möglich war. Eine Zeit, in der wenige Bits und Bytes ausgereicht haben, um ganze Nächte auszufüllen. Wer heutige Spiele anschaut, wird daher immer wieder ein Stück Geschichte sehen, mit Spiele Klassikern, die zwar nicht mehr modern sind, dafür aber voller Leben und Liebe stecken. Wer die gute alte Zeit verpasst hat, oder in Nostalgie schwelgen möchte, findet z.B. auf gamesbasis.com die besten Klassiker, kostenlos und direkt im Browser spielbar!

Gastbeitrag von Thomas-Gabriel Rüdiger:
600 Euro in 12 Stunden sollen Häftlinge einer chinesischen Gefängnisanstalt mit Goldfarming in World of Warcraft jeden Tag erwirtschaftet haben.
Unter Goldfarming versteht man das arbeitsmäßige und auf Profit ausgerichtete Erspielen von Items und Gold in Onlinegames. Freilich arbeiteten die Gefangenen nicht für den eigenen Bedarf, sondern für die Tasche des Gefängnisdirektors. Wenn die Anstalt 100 Gefangene hatte, die in dieser Form eingesetzt wurden, konnte das Gefängnis ca. 400.000 Euro pro Woche verdienen.
Neben der Verwerflichkeit des Gefängnisaufsehers verdeutlicht dieser Vorfall vor allem, dass der Handel mit Items und Gold ein äußerst lukratives Geschäft ist. Und wie in jedem lukrativen Geschäftsfeld gibt es auch hier Menschen die lieber mit kriminellen Handlungen einen Teil des Kuchens abbekommen möchten.

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Minecraft Teacher

Digitale Welten bieten vielfältige Möglichkeiten, in Gruppen zu arbeiten, Probleme zu lösen und gemeinsam Abenteuer zu erleben, kreative Dinge schaffen, speziell im Spiel Minecraft.

Dieser Lehrer macht den Computerunterricht für Zweitklässler besonders spannend: Alle spielen zusammen in einer Minecraftwelt und lösen verschiedene Aufgaben.

Sein Tuturial soll den Einstieg einfach gestalten und die Steuerung nahebringen, zudem wird in einer gefahrlosen Welt gespielt, ohne Monster und Schaden, wenn man von einer Klippe fällt oder zulange unter Wasser bleibt.

Ein schöner Bericht wurde auf Kotaku auf Englisch veröffentlicht, die den Lehrer bei der Arbeit filmten und interviewten.

Roger Stahl ist bereits durch sein Buch und die zugehörige Dokumentation Militainment Inc. bekannt. Dort stellt er die vielfältigen Verzahnungen zwischen der Welt des Militärs und der Unterhaltungsindustrie vor. Ein Teil dreht sich auch um Videospiele. Diesem aktuellen Thema wird nun eine komplette Doku gewidmet: Returning Fire. Leider ist diese nur auf englisch zu erhalten und zudem sehr teuer. Einen Vorgeschmack gibt es hier:

Die Doku zeigt Interventionen von drei Künstlern/Aktivisten, die u.a. auf den realen Krieg und seine Schrecklichkeit aufmerksam machen wollen. Am beeindruckensten finde ich die Videoinstallation von Wafaa Bilal: Domestic Tension. Einen Monat lang konnte man ihn im Lifestream auf seiner Webseite in einem Zimmer bei der Arbeit sehen. Der Besucher hatte nun die Wahl, für seine Spendenaktion Geld zu geben oder die, real im Zimmer befindliche, Paintballgun zu betätigen. Die Waffe stand kaum still.

Mit dieser Aktion will er zeigen, wie es vielen unschuldigen Irakern im Krieg erging. Sie mussten Kugeln ausweichen. Vielen gelang dies nicht.

Modernes Schattenboxen

Diese Boxwand hat es in sich: Zwei oder mehr Spieler können miteinander kämpfen, ohne sich wirklich weh zu tun und ohne im selben Raum zu sein. Wie ist das möglich? Eine Kamera nimmt die Silhouette der Kämpfer auf und projiziert sie auf die Boxwand. Diese hat Sensoren, die das Dehnen der Oberfläche erfassen und so auch merken, wie stark ein Schlag war. Für Treffer gibt es Punkte, aber keine blauen Flecken. Erschöpfend ist ein solcher Kampf aber dennoch. Ob sie der Prototyp durchsetzen wird, wie seinerzeit die Tanzmatte, ist aber fraglich. Ein Controller, der Schläge und Tritte abnimmt und in das Spiel integriert ist aber nur eine konsequente Fortsetzung. Vielleicht wird es dann auch eine friedlichere Version geben. z.B. einen Plüschkontroller zum Liebhaben.

Erlebnispädagogik funktioniert besonders gut, wenn man Jugendliche in ihren Spielwelten abholt, ist vielleicht die wichtigste Kernaussage des interessanten Projektes Quest in Mittel-Mülheim (Projektbeschreibung) .
Da Jugendliche immer mehr Zeit in digitalen Welten wie World of Warcraft und Warhammer Online verbringen, sorgen sich Eltern und Pädagogen über deren Entwicklung. Reale Erfahrungen von z.B. eigener  Kompetenz, des Gruppenzusammenhalts und der Kreativität sind für Kinder und Jugendliche sehr wichtig.

Alternativen zu den reizvollen Spielen zu schaffen ist zwar aufwändig aber lohnenswert. Folgendes Video zum Projekt gibt nicht nur einen guten Einblick sondern auch viele Inspirationen:

Wenn der Pro-Gamer fremd geht

Der Franzose Bertrand Grospellier, 29 Jahre alt, war ein erfolgreicher Proficomputerspieler. Unter dem Namen ElkY war er vor allem in Starcraft-matches gefürchtet. Auf den World Cyber Games in Seoul wurde er 2001 Zweiter, was eine große Leistung ist, wird Starcraft doch von asiatischen Profispielern dominiert. In seiner Landeshauptstadt Paris reichte es dann bei den Euro Cyber Games 2003 für den ersten Platz.

Doch dann kam eine überraschende Wende. 2006 ging der Profigamer zum ersten Mal öffentlich fremd. Er spielte Onlinepoker. Und das so gut, dass er sich für die World Series of Poker in Las Vegas qualifizierte. Drei Jahre später war er durch seine neue Liebe, das Pokern, um 5,700,000 Dollar reicher.

Seine Erfahrung als Pro-Gamer hat ihm bereits wichtige Fähigkeiten abverlangt und trainieren lassen: Hohe Konzentration über Stunden, komplexe Berechnungen, einst für das Ressourcenmanagment und den koordinierten Terranerangriff bei Starcraft, nun für hochdotierte Pokerturniere. Das ist in beiden Fällen harte Arbeit. Pokerprofis bestätigen, dass es Hingabe und den Willen braucht, immer sein Spiel verbessern zu wollen. Dem ist er also treu geblieben.

Anspruchsvolle Videogame-Magazine

Das trendige Gamemagazin Edge, das auch über den Tellerrand von Games, oder vielleicht besser Tischkante der Videospielwelt, schaut ist gerade deswegen so erfolgreich. Das außergewöhnliche Design und der spezielle Blick auf Spiele brachte es auch über die britische Insel hinaus. Wer die deutsche Version vermissen sollte, wird sich über die nordische GEE freuen, die ich wärmstens empfehlen kann. In Hamburg produziert, präsentiert das deutsche Magazin geniale Spiele und schöne Texte, umgarnt von künsterlischen Grafiken. Besonders kurzweilig ist der Auftakt einer jeden Ausgabe, die mit Neues aus der Welt von 1 und 0 allerlei spannende, bemerkenswerte und unterhaltsame Neuigkeiten präsentiert.

Neu auf dem internationalen Markt ist nun Kill Screen. Wer des Englischen mächtig ist und auf intellektuelle Auseinandersetzung mit Videogames steht, könnte sich für die erste Ausgabe interessieren: “We are a professional, curated approach that respects the time constraints of the older game player and aims right for the brain.”