Pokerabend. Bildquelle: ian of leam @flickr

Vor sechs Jahre war plötzlich Pokern in Deutschland angesagt. Und auch jetzt scheint der Pokerhype noch lange nicht abgeflaut.
Ein Trend sind virtuelle Casinos, aber auch klassische Browsercasinos erfreuen sich großer Beliebtheit. Wer sich noch an den Hype um Secondlife erinnert, weiß, welche Rolle Casinos auf diesem Metaversum spielten. In meinen ersten Minuten in Second Life habe ich mehr Casinos als SecondLife-Besucher gesehen. Die Werbetrommel wird kräftig gerührt. Online und im Fernsehen ist man vor Pokerwerbung nicht sicher.

Wieso sind Glücksspiele so beliebt? Besonders interessant: Welche Parallelen gibt es zwischen Glücksspielen und Computerspielen wie Diablo oder World of Warcraft? Neben Können, spielt der Faktor Glück in diesen Spielen eine große Rolle. Ob und welche begehrten Gegenstände man ergattert, hängt nicht zuletzt von einer Zufallsfunktion ab. Schön kombiniert, werden diese beiden Elemente Glück und Können im Spiel Peggle. Dies ist bekannt für seinen Suchtfaktor. Die Berliner Charité fand übrigens heraus, dass es einen großen Zusammenhang zwischen exzessiven Computerspielkomsum und Glückspielsucht gibt. Mittlerweile geht es in Spielen auch vermehrt um echtes Geld. Der persönliche und spielerische Wert eines virtuellen Gegenstandes ist ebenfalls nicht zu unterschätzen.
Wirken beim Pokern also ähnliche Prozesse, wie beim Computerspielen?
Die Regeln und Statistik beherrschen, die Gegner einschätzen und mit psychologischen Tricks arbeiten. Der Nervenkitzel, wenn es um einen hohen Einsatz geht, das Erfolgsgefühl, wenn die eigene Taktik aufging. Diese Aufzählung könnte auch für ein Onlinespiel wie Counterstrike oder Everquest gelten.

Ich habe Lisa Eberwald von pokerlistings.de gefragt, was es mit dem Pokerhype auf sich hat.

Als Chris Moneymaker 2003 die World Series of Poker gewann, löste das in Deutschland und Europa einen bis dato einzigartigen Ansturm auf Online-Pokeranbieter aus. Inzwischen spielen Millionen von Deutschen in den Internet Pokerräumen von PartyPoker, PokerStars und Full Tilt.

Der Boom von online Poker in den letzten Jahren wird langfristig vermutlich nicht aufrechtzuerhalten sein. Bis 2007 stiegen die Spielerzahlen dramatisch, inzwischen ist der Zuwachs geringer, die Anzahl der Besucher steigt allerdings weiterhin. Ein Grund warum vor allem junge Spieler weiterhin online Pokern ist sicherlich der Sieg des 21-jährigen Dänen Peter Eastgate bei der World Series of Poker (WSOP)im letzten Jahr. Der Auszahlung von über 9 Millionen US$ animierte viele Jugendliche aber auch Erwachsene an Pokerveranstaltungen im Internet teilzunehmen.

Darüber hinaus wird den Spielern die Anmeldung leicht gemacht und ist man erstmal dabei, stellt man fest, dass wie bei allen online Spielen Faktoren wie Geschlecht, Alter und Bildungsgrad unbedeutend sind. Alle Mitglieder der Gesellschaft haben die gleichen Chancen auf den Gewinn, angenommen sie beherrschen das Spiel.

Das sind zumindest die Gründe mit denen wir den Hype erklären, und die  Medien tun ihr übriges dazu, man denke nur an die PokerNacht von Stefan  Raab.

Die ständige Verfügbarkeit und die Möglichkeit relativ unabhängig von Einschränkungen im realen Leben, online erfolgreich zu sein scheinen wie bei Computerspielen starke Triebkräfte bei diesem Hype zu sein. Nicht für jeden steht dabei das Spiel um echtes Geld im Mittelpunkt. Wie in einem Computerspiel sind gute Unterhaltung, soziales Ansehen und die Herausforderung Motivation genug. Um das Spielerleben noch zu erweitern, gibt es sogar spezielle Peripheriegeräte wie den kabellosen Poker Controller.