Das weltweit bekannteste Kartenspiel Poker ist angesagt wie eh und je. Es scheint als würde diese Spiel, mit dem ehemals eher schlechten Ruf, zum Volkssport mutieren. Mittlerweile zockt fast jeder fünfte Deutsche und jede zehnte Deutsche. Auch die Pokerausrüstung lässt sich ohne Probleme im Supermarkt erwerben, so steht dem nächsten Pokerabend nichts mehr im Wege. Man darf den alten schäbigen Ruf des Spiels jedoch nicht vergessen und jeder kennt die Filmszenen, wo im verrauchten Hinterzimmer eines Casinos mit Hut, Jacket, der Sonnenbrille und der Knarre im Halfter um einen großen Gewinn gepokert wird. Die Charakterzüge dieses Spiels haben sich bis heute nicht geändert und doch scheint es heute ein Spiel für Jedermann zu sein.

Auch im eSport-Bereich nimmt Pokern eine wichtige Rolle ein. Erfolgreiche eSportler wie beispielsweise Oskar Ljungström alias LakermaN (Quake) und Warcraft-Legende TillerMan wechselten von Computerspielen zum Onlinepoker. Dort sei schneller mehr Geld zu verdienen, bis zu einer Millionen Dollar im Jahr. Fähigkeiten (Skills), die bei Onlinespielen gefragt sind, gelten auch beim Pokern. Schnelles Erfassen der Situation, strategisches Denken, stundenlange Konzentration etc..

Doch Moment, ist Poker nicht ein Glücksspiel? Diese allgemeine Auffassung, die nicht unter Pokerspielern herrscht, scheint sich auch nun offiziell zu wandeln.

Aktuelle Studien zeigen (Uni Hamburg, Paper mit weiteren Informationen), dass Poker kein Glücksspiel ist, sondern eher als eine Art Geschicklichkeitsspiel mit Zufallselementen anerkannt werden darf. Pokerspieler waren sich über diese Ergebnis längst einig, doch auch das Landgericht in Karlsruhe hat nun bestätigt, dass Poker offiziell ein Geschicklichkeitsspiel ist. Anhand der Draw Poker Variante wurde 1906 festgelegt, dass Poker ein verbotenes Glücksspiel ist. Doch heutzutage ist die Textas Hold’em Varaiante, die ganz anders gespielt wird, weiter verbreitet und enthält mehr strategische Elemente. Beim Hold’Em geht es darum mit den zwei Karten auf der Hand sowie drei bis fünf Karten, die aufgedeckt auf dem Tisch liegen, die beste Kombination zu erzielen.

Durch einen Feldversuch unter Aufsicht der TüV Rheinland Secure IT wurde gezeigt, dass Poker in dieser Variante kein Glücksspiel ist. Bei diesem Versuch wurde No Limit und Limit Texas Hold’em gespielt. Es wurde mit sechs Spielern und jeweils 2.000 Chips gespielt. Die Buy-Ins variierten für die Spieler zwischen 20 und 40 Chips. An den deepstack Tischen betrug der Buy-In 200 Chips und bevor ausgezahlt wurde, mussten 300 Hände gespielt werden. Es spielten geübte Spieler und absolute Anfänger. und somit wurde bewiesen. Die geübten Spieler schnitten um ein erhebliches besser ab als die Anfänger. Es ist also mehr Geschick als Glück notwendig, um das Spiel für sich zu entscheiden. Poker ist folglich kein Glücksspiel, macht aber dennoch von zufälligen Ereignissen gebrauch. Erfolgreiche eSportler wären wohl auch nicht auf ein reines Glücksspiel umgestiegen. Übrigens ist Poker momentan bei vielen eSportlern beliebt, was nicht jedem Teamchef gefallen wird.