Trotz offensichtlicher Unterschiede haben Computerspiele und Spielangebote in Casinos einige Gemeinsamkeiten.

Die Unterhaltungsforschung beschäftigt sich seit Langem mit der Frage, warum wir Menschen überhaupt spielen. Was motiviert uns, Zeit und Geld in digitale Unterhaltungsangebote zu investieren?

Ganz generell gesehen ist diese Frage leicht zu beantworten: Menschen spielen zum Zeitvertreib, aus Lust am Spiel, um bestimmte Gefühle (Spaß) zu erreichen und um andere Gefühle zu verdrängen (Langeweile, Niedergeschlagenheit).

Evolutionär gesehen diente Spielen als Simulation für den Ernstfall und brachte einen klaren Selektionsvorteil. Man denke an junge Tiere oder Kinder, die herumtollen und so ihre motorische Fähigkeiten üben, aber gleichzeitig auch den sozialen Umgang miteinander.

Auch für den kulturellen Umgang haben Spiele eine wichtige Bedeutung. Die Herkunft verschiedenster Spielformen lässt sich auf kultische Handlungen und Zeremonien zurückführen. Die Olympiade war zum Beispiel ursprünglich athletischer Wettkampf und religiöses Fest zugleich. Und auch jetzt noch bringt die Olympiade verschiedene Nationen zu einem Ereignis zusammen.

Alles weist darauf hin, dass für die „Lust am Spielen“ über Jahrtausende hinweg genetisch und kulturell selektiert wurde.

Beim analogen und digitalen Spielen (sei es ein Browserspiel, ein Konsolenspiel oder eine Runde Texas Hold’em) schüttet das Belohnungszentrum im Gehirn das Glückshormon Dopamin aus. Spieler empfinden umso mehr Freude und Befriedigung, je mehr Dopamin im Hirn vorhanden ist. Das Gehirn belohnt Lernen und Erfolge auch mit dem Ausschütten von Endomorphin. Dieses körpereigene Opiat empfinden wir als sehr angenehm und es hat großen Anteil daran, Spielen als Spaß und gute Unterhaltung zu empfinden. Kein Wunder also, dass Glücksspiele süchtig machen können!

Außerhalb des Gehirns wird bei spannenden Spielen das Stresshormon Adrenalin ausgeschüttet, was den Blutdruck steigert und für eine höhere Konzentration sorgt. So wie dieses Hormon in Gefahrensituationen oder für sportliche Wettkämpfer entscheidend sein kann, wirkt es auch bei digitalen Wettbewerben und spannenden Pokersituationen. Bei Letzterem ist es besonders wichtig, den Stress sich nicht anmerken zu lassen, was beim Onlinespielen ohne Kamera kein Problem darstellt, solange man einen kühlen Kopf bewahrt.

Stress im Spiel entsteht, wenn das Spiel als bedeutsam angesehen wird. Der Wettkampf mit menschlichen Spielern oder ein Einsatz, der eine reale Bedeutung hat, kann das Spiel-Erleben drastisch verändern.

So kann der Einsatz von realem Geld das Risiko und somit den Spielspaß erhöhen. In Computerspielen dient der Einsatz von Geld weitgehend dazu, bessere Ausrüstung und damit Spielvorteile zu erlangen. Aber auch das Individualisieren der Spielfigur ist sehr bedeutsam für Computerspieler. Bei Wettbewerben steht jedoch ein Preis im Vordergrund und der erfordert Höchstleistungen. Für unser Gehirn sind viele Situationen im Computerspiel und Spielcasino vergleichbar. In beiden Umgebungen ist ein bewusster Umgang mit den Ressourcen Zeit und Geld ein wichtiger Faktor damit der Spielspaß nicht zum Problem wird.